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Entstehung und Entwicklung der beiden Vizsla-Rassen


Geschichte des Magyar Vizsla sárga und des Magyar Vizsla drötszörü


Die Geschichte der Ungarischen Vorstehhunde läßt sich über viele Jahrhunderte zurückverfolgen. Sehr früh wurden Zucht und Entwicklung geprägt. Die Jagd zu Pferd und häufig die Falknerei bestimmten die Anforderungen zu jener Zeit. Der Vizsla besitzt alle typischen Anforderungen an einen Vorstehhund. Ausgeprägter Such- und Finderwillen und eine, für die verschiedenen Jagdarten notwendige, leichte Führigkeit. Seine typische Färbung wurde schon frühzeitig beschrieben und züchterisch gefestigt.

Foto Magquar Vizsla

Die typischen Jagdarten blieben durch geschichtliche Wirren im späten 19. Jahrhundert fast aus, und damit verschwand diese Hunderasse beinahe gänzlich. Traditionsbewusste Züchter haben dann diese schöne Hunderasse für uns erhalten. Zur Verbesserung ihrer Eigenschaften wurde der englische Pointer, der kurzhaarige Deutsch Drahthaar sowie eine Schweißhundrasse eingekreuzt.
Seine Farbe stammt wahrscheinlich von gelben Türkischen Vorstehhunden und seine Fähigkeit, Wild zu finden und es zu stellen, von den in Ungarn heimischen pannonischen Spürhunden ab.

Der drahthaarige Ungarische Vorstehhund entstand aus dem Ungarisch Kurzhaar durch die gezielte Einkreuzung des Deutsch Drahthaar. 1965 wurde der Standard durch den FCI anerkannt. 1973 und 1978 wurden die ersten Importe aus Österreich und Ungarn nach Deutschland registriert.


Foto Magquar Vizsla

Der Magyar Vizsla ist ein leichter, edler Jagdhund von mittelgroßem Wuchs mit feinen Knochen und Sehnen wie von Stahl. Man unterscheidet zwei Varianten des Magyar Viszla, den Magyar Vizsla sárga (Gelber Ungarischer Vorstehhund) und den Magyar Vizsla drötszörü (Ungarisch-Drahthaar).
Der Magyar Vizsla sárga unterscheidet sich von seinem rauhhaarigen Verwandten nur in der Haarstruktur. Er hat auf der straffen Haut, die keine Falten bilden darf, kurze, gerade, grobe und dicht anliegende Haare, die glänzen müssen und etwas fettig wirken. Er ist immer einfarbig dunkelgelb mit Schattierungen.

Ungarn war und ist das Land der großen Niederwildjagden. Die günstigen klimatischen Bedingungen der Steppenlandschaft zwischen Donau und Theiß sind für den Bestand an Niederwild sehr günstig.

Dazu kommt, dass die zahlreichen Seen der ungarischen Seenplatte sowie die langen Flussläufe auch reichlich Lebensraum für Wasserwild, besonders für Enten und für durchziehende Gänse bietet. Das alles sind auch hervorragende Bedingungen für die Entwicklung guter Jagdhundrassen.

Der kurzhaarige Magyar Vizsla entstand aus Kreuzungen einheimischer Laufhunde, den Pointern, die wahrscheinlich mit dem Magyar Agár Gemeinsamkeiten haben. Dazu kamen mit Sicherheit auch Vorläufer des Deutsch Kurzhaar. Als Erstzüchter wird die ungarische Familie Zay genannt, die im 18. Jahrhundert in Zayngroc begann, den heutigen Magyar Vizsla nahekommende Jagdhund zu züchten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte dann eine Veredelung mit Pointern, Deutsch Kurzhaar und Hannoverschem Schweißhund, um die jagdlichen Anlagen zu verbessern, was dann 1917 nochmals in Kaposvár durchgeführt wurde. Seit dieser Zeit züchtet man den Magyar Vizsla reinerbig. Durch eine Verpaarung des kurzhaarigen Magyar Vizsla mit einem Deutsch Drahthaar züchteten ungarische Jäger den rauhhaarigen Magyar Vizsla, der aber verhältnismäßig weinig gehalten wird und auch als Rasse noch nicht allzu sehr gefestigt ist. Immer wieder kommen in den Würfen glatthaarige und fehlgefärbte Welpen vor. Der Magyar Vizsla ist ein leicht zu führender, sehr ruhiger, nervenstarker und widerstandsfähiger Hund, der sich in allen Lagen zurechtfindet.

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Teile aus Quelle:
BI-Lexikon "Hunderassen", VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1986, Autor: Hans-Joachim Swarovsky, unter Mitarbeit von Ulrich Kägler. - 3., durchges. Aufl. - Leipzig