der Vizsla als Familienhund

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...geht das gut?

Den Vizsla als Familienhund zu sehen, löst bei den meisten Jägern den Verzweiflungsschrei aus ;-)
Die Argumentation, daß ein nicht jagdlich geführter Vizsla für die Zucht verloren geht und somit die jagdliche Passion der Rasse über Generationen gar verschwinden könnte, läßt dem Nichtjäger das Herz bluten, weil er von so manch einem Züchter als "ungeeigneter" Halter eingestuft wird und daher keinen Vizsla bekommen würde.

Wieder und wieder werden wir gefragt, ob der Vizsla als Familienhund überhaupt geeignet ist. Viele Vorurteile haben sich verbreitet, daß diese Hunde mindestens 10 km am Tag am Fahrrad laufen müßten, damit sie "ausgelastet" sind usw... Ich frage mich allerdings, welcher Jäger mit seinem Vizsla täglich 10 oder mehr km durch den Wald radelt.

Haben Sie mal darüber nachgedacht, wie viele Jagdhundrassen existieren, deren Vertreter als Familienhunde gehalten werden und sich auch bestens als "Familienmitglieder" bewehrt haben?

- Golden Retriever
- West Highland White Terrier
- Teckel (Dackel)
- Jack Russel Terrier
- Yorkshire Terrier
- Englische und Amerikanische Cocker Spaniel
- Basset Hounds
- Scottish Terrier
- Labrador Retriever
- Münsterländer
- Dalmatiner usw. usf.

Die Liste ließe sich natürlich noch fortführen.

Welcher Deutsche Schäferhund oder Collie hütet heute noch Schafe? Es dürfte - gemessen an der Verbreitung dieser Rassen - statistisch ein sehr kleiner Teil sein. Ebenso verhält es sich mit den "Jagdhundrassen", die schon lange unsere Wohnzimmer erobert haben.

"Der Wert, den der Hund heutzutage für den Menschen entwickelt, ist ein rein seelischer, wenn man von einigen wenigen Berufen, etwa Jägern und Politzeileuten, absieht."
Konrad Lorenz

Nicht nur die Jagd fordert dem Vizsla Können ab, sondern auch andere, sportliche Möglichkeiten, festigen die Bindung zwischen Hund und Halter und stellen eine gute Freizeitmöglichkeit dar.
Sie begehren meistens sehr viel Teamgeist und bringen sowohl dem Hund, als auch dem Besitzer viel Spaß und nette Kontakte zu den jeweiligen Artgenossen. ;-)

So kann auch ein nicht besonders sportlich begabter Hundefreund mit seinem Vizsla tolle Erfolge erzielen, wenn er z. B. Dogdancing mit seinem Hund betreibt, ohne daß er "der Sprinter" sein muß, der die 175 m lange Agility-Medium-Strecke ohne Probleme durchhält.

Also... frisch an´s Werk! Für jeden Hundefreund findet sich die passende Möglichkeit, seinen Hund - und nicht nur den Vizsla - zu beschäftigen und Spaß mit ihm zu haben. Hier einige Anregungen:


Frisbee-Fun

Frolic-Frisbee-Team auf der

Hundeausstellung Rostock 2005

Den Hunden macht es unheimlich viel Spaß, Frisbee zu spielen. Grundvoraussetzung ist natürlich, daß Ihr Hund gesund ist und keine Gelenkprobleme hat. Die (möglichst nicht zu hoch) geworfene Scheibe mag er gern jagen und fangen und somit werden seine Instinkte gefördert, ohne daß sie auf andere Tiere o. ä. gelenkt werden.

Als Übungsgelände wählen Sie am besten Rasen, der möglichst eben ist und keine Löcher oder Maulwurfshügel hat.

Man sollte nicht nur ein oder zwei Frisbees zum Spielen verwenden, damit es ein schnelles Spiel bleibt und keine großartige Apportierübung wird.
Später kann man mit seinem Hund verschiedene andere Übungselemente, wie z. B. die Rolle, trainieren und einbauen.

Viele Informationen finden Sie u. a. auf der Seite: www.crazyflyndogs.de

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Obedience

Obedience heißt übersetzt "gehorsam". Der Übungsablauf ist im Wesentlichen mit den allgemein bekannten "Gehorsamkeitsübungen" des Schutzhunddienstes identisch, hat aber mit alten "Drillmethoden" nichts zu tun und bezieht sich auch auf die Distanzkontrolle.
Es werden neben den "Grundübungen" wie z.B.

" Sitz
" Platz
" Bei-Fuß-Gehen auch noch andere interessante Elemente eingebaut wie z.B.
" das Apportieren
" das Suchen von Gegenständen (Eigenidentifikation)
" Freisprung über eine Hürde
" die Distanzkontrolle (Sitz, Platz, Steh aus der Entfernung)
" das Voraussenden
" und Wesensfestigkeit

Seit April 2001 existiert eine Prüfungsordnung im Modellversuch, so daß wir in Deutschland einige Prüfungen nach Deutscher Prüfungsordnung ausrichten konnten.
Momentan dürfen allerdings nur ausländische (international anerkannte) Richter in Deutschland Prüfungen abnehmen.
Es wird hierbei auf Richter unserer Nachbarländer zurückgegriffen.

Viele Hundeplätze bieten zwischenzeitlich die Möglichkeit für das Obedience-Trainings an.

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Dog-Dancing

ist eine relativ junge Sportart.

U. a. hat Frau Nicole Weber auf Ihrer Homepage beschrieben, wie diese Sportart entstanden ist unter www.dogdancing.de. Eine weitere Website zum Thema finden Sie mit interessanten Video-Demos unter www.dogdance.de.


Dogdancing kann jeder Besitzer mit seinem Hund üben. Es ist hierbei nebensächlich, wie groß, wie alt, wie schwer oder wie schnell der Hund ist. Auch der Hundehalter muß sich beim Dogdancing nicht über Gebühr sportlich verausgaben.
Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, daß Agility "das Springreiten" für Hunde darstellt. Das Dogdancing kann man mit der klassischen Dressur für Pferde vergleichen, wo choreografische Elemente zu Musik vorgeführt werden.
Um das Endziel zu erreichen, ist viel Geduld, Einfühlungsvermögen und eine sehr gute Kommunikation mit dem Vierbeiner erforderlich. Wer es schafft seinen Hund, nur mit Hör- und Sichtzeichen zum Rhythmus der Musik zu bewegen, hat höchsten Respekt verdient.
Auf einigen Hundeausstellungen und Messen sind Dog-Dancing-Vorführungen die "Highligts" der Veranstaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.


Zum Üben werden Leckerchen, Clicker, Bällchen u.ä. verwendet. Auf einer Vorführung werden diese Hilfsmittel nicht verwendet. - Versuchen Sie einfach einige Elemente, wie z. B. den Slalom mit Ihrem Hund einzuüben. Sie werden feststellen, daß es einen "Mordsspaß" macht!

www.dogdancing.de

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Agility

Diese Sportart kam aus England und steht für alle Hunde offen, sofern sie gesund und fit sind.

Beim Agility überwindet der Hund die verschiedensten Hindernisse , muß so seine Führigkeit und vor allem seine Schnelligkeit unter Beweis stellen. Wie schon erwähnt, hat Agility viel Ähnlichkeit mit einem Springturnier im Pferdesport.

Es müssen vom Hund verschiedene Geräte auf dem Parcours überwunden werden. Der Besitzer läuft neben dem Hund.
Die Geräte sind z. B. Viadukt, Mauer, Laufsteg, Wippe, Schrägwand, Slalom, fester Tunnel, Stofftunnel, Reifen, Weitsprung, Buschhürde und ggf. der Tisch.
Um die Geräte bewältigen zu können, gehört natürlich eine große Portion Übung in das Trainingsprogramm.

Die Strecke ist zwischen 100 bis 200 Meter lang sein und alle Geräte müssen auf einem Feld einer Mindestgröße von 20 x 40 Meter aufgebaut sein.

www.agility.de

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Flyball

Herbert Wagner aus Kalifornien entwickelte in den 70er Jahren eine Beschäftigungsmöglichkeit für seinen ballverrückten Hund. Er baute eine Kiste, die sein Hund mit den Pfoten betätigen mußte, damit ein Ball bis zu 3 Meter hoch in die Luft geschleudert wurde. So entstand der Begriff "Flyball" (Flugball).
Diese Beschäftigungsmöglichkeit verbreitete sich sehr schnell und wurde weiter ausgebaut, so daß die Hunde heute 4 Hürden überwinden müssen, bevor sie den Ball holen können. Inzwischen ist der Flyballsport ein Mannschaftssport, der wie ein Staffellauf vollzogen wird.
Mitte der achtziger Jahre wurde Flyball als Turniersportart offiziell anerkannt.
In Deutschland gibt es leider noch kein gültiges Regelwerk für die Durchführung des Flyballs, aber Spaß macht es den Hunden allemal.

www.flyball.de

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Clickertraining

Karen Pryor aus den USA hat bereits in den 60er Jahren Delphine und andere Meeressäugetiere mittels Clicker trainiert.
Daraus entstand die Idee, daß u. a. auch Hunde mit dem Clicker (einer Plastikbox mit einer Metallfeder) trainiert werden können.
Heute ist diese Methode unter dem Begriff "Clicker-Training" bekannt. Sie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der angewandten Verhaltensforschung und wird von Tierpsychologen und Tierethologen empfohlen. Diese Trainingsmethode ermöglicht uns neue, positive Erfahrungen bei der Verständigung zwischen Mensch und Tier.
Mit dem Click als Signal für das richtige Verhalten, gefolgt von einer Belohnung (Spiel, Futter, Lob oder Streicheleinheiten usw.), wird Ihr Hund schnell zu einem aufmerksamen, aktiven Gefährten und lernt bei korrektem Timing jedes gewünschte Verhalten in erstaunlich kurzer Zeit.
Der Click ist kein Befehlssignal, sondern für den Hund das Zeichen, daß er etwas richtig gemacht hat und das Versprechen, daß die Belohnung folgt - also die positive Bekräftigung.

www.clicker.de

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Rettungshund

Physisch als Rettungshund geeignet ist jeder mittelgroße, nicht zu schwere, robuste Hund, der aggressionsfrei gegenüber Mensch und Tier ist.
Das richtige Sozialverhalten lernt der Hund bereits im Welpenalter, durch den Kontakt mit anderen
Hunden und seinen Menschen.
Auch in der Rettungshundearbeit ist es wichtig, daß sich beide Teampartner aufeinander verlassen können.
Die Ausbildung zum Rettungshund dauert ca. 1 1/2 Jahre.
Zuvor muß der Hundeführer die Sanitätskurse A und B erfolgreich absolvieren, in Kynologie, Karte, Kompaß und Funktechnik geschult werden, bevor das Team die erste Prüfung ablegen kann.
Das wichtigste Training ist die Suche. Hierbei wird eine Person z.B. im Wald versteckt und der Hund muß die Witterung des Opfers aufnehmen. Nachdem der Hund am Opfer angelangt ist, sollte er sich davor setzen und bellen, bis der Hundeführer vor Ort ist. Dieses Können würde beim Jagen als "Totverbellen" bezeichnet.
Schon in der Nachkriegszeit des II. Weltkrieges wurden Vizslas als Rettungshunde eingesetzt, weil sie beim Finden von Opfern durch das Bellen bis zum Eintreffen der Retter hervorragend geeignet waren.

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Therapiehund

Von Jana Kämpfer aus www.hundezeitung.de/ausbildung/therapiehunde.html


In der letzten Zeit hört man häufig etwas über "tiergestützte Therapie" mit Hunden oder über Hundebesuchsprogramme in sozialen Einrichtungen. Aber was ist darunter eigentlich zu verstehen?

Dazu möchte ich gerne ein paar Gedanken aus meiner langjährigen Erfahrung als Ergotherapeutin mit Therapiehund und Hundetrainerin wiedergeben.


Durch den Kontakt mit einem Hund kann der erkrankte/behinderte Mensch oder Heimbewohner neue Impulse erfahren. Dies bedeutet für den betroffenen Menschen oft eine immense Motivationssteigerung, um sich mehr mit der Umwelt und mit sich selbst auseinanderzusetzen. Dabei wirkt der Hund durch seinen Anblick, den Körperkontakt, der Kommunikation und der Interaktion fördernd auf den Menschen. Dieses Phänomen ist der Schlüssel für den Erfolg eines tiergestützten-therapeutischen Einsatzes oder eines Hundebesuchsprogrammes.


Grundsätzlich muss man zwischen Therapie- und Besuchshund unterscheiden: Ein Therapiehund wird dabei gezielt in einer herkömmlichen Behandlung wie unter anderem Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Heilpädagogik eingesetzt. Er "arbeitet stundenweise unterstützend als Co-Therapeut", ist ansonsten normaler Familienhund des Therapeuten.


Ein typisches Beispiel für die therapiehundgestützte Ergotherapie ist das Kind Tom. Er vermeidet jede Berührung mit ungewöhnlichen Materialien und zu Personen. Der Kontakt mit einem Therapiehund hat für Tom einen so hohen Aufforderungscharakter, dass er "dem Hund zuliebe" viele verschiedene Sachen anfasst und sich zu gemeinsamen Aktivitäten, wie das Suchen des Balles in einer Bohnenkiste motivieren lässt. Zusätzlich entsteht durch gemeinsames Spielen automatisch Körperkontakt, da der Hund immer wieder die Nähe des Kindes sucht.


Ein "Besuchshund" dagegen geht mit seinem sozial-engagierten Besitzer (Besuchsdienstler) regelmässig in verschiedene Einrichtungen wie Senioren-, Kinderheime oder Kliniken, um Bewohner oder Patienten zu besuchen. Dabei werden keine therapeutischen Anwendungen eingesetzt, sondern Spielen, Knuddeln, Bürsten, Spazierengehen und Gespräche mit dem Hund.


Bei beiden tiergestützten Aktivitäten finden aber ähnliche "therapeutische Effekte" wie Blutdrucknormalisierung, erhöhte Endorphineproduktion, allgemeine Antriebssteigerung, Förderung der motorischen und geistigen Fähigkeiten, Auseinandersetzung über das Medium "Hund" mit der Umwelt, Strukturierung des Wochenablaufes, Erlernen neuer Kommunikationsformen, Stressabbau, Ablenkung von Schmerzen, Erlernen von sozialem Verhalten, Erleben von unverfänglichen Körperkontakt statt.


Der Hund ist als "therapeutisches Medium" besonders geeignet, da er einfühlsam, anpassungsfähig ist, sucht Kontakt, kann durch Mimik und Körpersprache kommunizieren, geniesst gemeinsame Aktivitäten mit den Menschen, fordert zur Kontaktaufnahme auf.
Bevor ein geeigneter Hund als Therapiehund oder Besuchshund eingesetzt werden kann, muss er und sein Therapeut / Besuchsdienstler eine gründliche Ausbildung absolvieren. Denn der angehende Therapie- oder Besuchshund muss lernen, ungewöhnliche Bewegungen, Geräusche, Gerüche, Berührungen, diverse Hilfsmittel, verschiedene Behinderungserscheinungen und Therapiemittel zu tolerieren.


Der Therapeut bzw. Besuchsdienstler muss sich unter anderem Kenntnisse aneignen; wie der Hund gezielt eingesetzt werden kann, welche Möglichkeiten und Grenzen bei tiergestützten Einsätzen bestehen. Und er muss sich Grundwissen über die bestehende rechtliche Situation, sowie über das Lernverhalten und die Stresszeichen des Hundes erwerben. Die Ausbildung dieser Hunde und ihrer Besitzer dient nicht nur der inhaltlichen Gestaltung eines hundgestützten Einsatzes, sondern auch dem Schutz des Hundes.
Dazu habe ich jeweils ein spezielles Ausbildungskonzept für tiergestützte Aktivitäten erarbeitet, in denen ich meine Erfahrungen als tiergestützte Ergotherapeutin und Hundetrainerin für Familien- und Servicehunde einbringe. In diesen Kursen hat sich die Notwendigkeit der Schulung des Therapeuten / Besuchsdienstler und seines Hundes jedesmal als sinnvoll erwiesen. Denn hier soll mehr Sicherheit und Kompetenz erlangt werden, da man später in seinem Einsatzbereich in der Regel meist im Mittelpunkt aller Anwesenden steht.

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"Ein hervorragender Trainer ist nicht der, der seinen Hund dazu erzieht, eine gute Leistung zu erbringen, sondern jener, der seinen Hund dazu bewegt, dies zu wollen." Nicole Weber www.dog-dancing.de